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Neuigkeiten in der Pflegegesetzgebung – Teil II

Januar 9, 2016

Am 1. Januar 2017 tritt der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff in Kraft

  • Neuer Begriff der Pflegedürftigkeit: Er schafft eine fachlich gesicherte und individuelle Begutachtung und Einstufung in Pflegegrade. Die Pflegesituation von Menschen mit geistigen und seelischen Beeinträchtigungen etwa bei demenziellen Erkrankungen wird bei der Begutachtung mit der Pflegesituation der Pflegebedürftigen mit körperlichen Einschränkungen gleichgestellt. Mit dem neuen Begutachtungsinstrument können die Beeinträchtigungen und die vorhandenen Fähigkeiten von Pflegebedürftigen genauer erfasst und die individuelle Pflegesituation in den fünf neuen Pflegegraden zielgenauer abgebildet werden. Viele Menschen erhalten mit dem Pflegegrad 1 erstmals Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung.
  • Ambulante Pflege: Die Leistungen werden ausgeweitet und an den Bedarf angepasst. Pflegerische Betreuungsmaßnahmen zur Bewältigung und Gestaltung des alltäglichen Lebens im häuslichen Umfeld werden als Regelleistung der Pflegeversicherung eingeführt.
  • Stationären Pflege: In jeder vollstationären Pflegeeinrichtung gilt ein einheitlicher pflegebedingter Eigenanteil für die Pflegegrade 2 bis 5. Der pflegebedingte Eigenanteil steigt künftig nicht mehr mit zunehmender Pflegebedürftigkeit. Alle Pflegebedürfti

Januar 3, 2016

Pflegeversicherung

Mit dem Pflegestärkungsgesetz II wird die Pflegeversicherung eine grundlegende Reform erfahren. Der Deutsche Bundestag hat am 13. November 2015 das Zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) beschlossen. Das Gesetz tritt am 1. Januar 2016 in Kraft. Es bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates. Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff und das neue Begutachtungsverfahren werden zum 1. Januar 2017 wirksam. Die Selbstverwaltung in der Pflege hat damit mehr als ein Jahr Zeit, die Umstellung auf die fünf neuen Pflegegrade und die neuen Leistungsbeträge in der Praxis vorzubereiten, so dass die neuen Leistungen den 2,7 Millionen Pflegebedürftigen ab 2017 zugutekommen. Wichtige Verbesserungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen treten bereits zum 1.Januar 2016 in Kraft. Verbesserungen bereits zum 1. Januar 2016:

  • Beratung Pflegebedürftiger und ihrer Angehörigen: Die Pflegekassen benennen feste Ansprechpartner für die Pflegeberatung. Pflegende Angehörige erhalten einen eigenen Beratungsanspruch. Alle Beratungsstellen vor Ort arbeiten zusammen.
  • Ärztliche Versorgung der Bewohner von Pflegeheimen: Das Hospiz- und Palliativgesetz schreibt vor, dass stationäre Pflegeeinrichtungen verpflichtet sind, Kooperationsvereinbarungen mit niedergelassenen Haus-, Fach- und Zahn